
HINTERGRUND
Räume für das Gemeinwohl werden immer knapper. Gleichzeitig stehen zahlreiche Gebäude aus verschiedenen Gründen leer oder werden kaum genutzt – vom verlassenen Ladenlokal über ungenutzte Industriehallen bis hin zu brachliegenden Grundstücken. Leerstände prägen nicht nur das Bild vieler Städte und Gemeinden, sie verursachen auch erhebliche soziale und ökologische Kosten.
Dabei steckt in solchen Räumen großes Potenzial – vorausgesetzt, sie werden erkannt, geöffnet und gemeinschaftlich weitergedacht. Dafür braucht es innovative Herangehensweisen und Pionier*innen, die diese Wege gestalten.
HANS SAUER PREIS 2026
Der Hans Sauer Preis 2026 würdigt unter dem Motto „Commoning Spaces! – Räume fürs Gemeinwohl aktivieren“ Initiativen und Projekte, die Raumpotenziale mit kreativen Ansätzen heben und Räume im Sinne des Gemeinwohls aneignen, umdeuten und transformieren. Gesucht werden Projekte, die mit innovativen Herangehensweisen neue Möglichkeiten schaffen und aufzeigen, welche Formen der Beteiligung dafür notwendig sind.
Es sind Preisgelder in Höhe von insgesamt 20.000 Euro ausgelobt, welche von einer externen Jury an drei bis fünf Projekte vergeben werden.
Oft sind Prozesse der Nutzbarmachung nur durch neue Kooperationsmodelle und Formen der Zusammenarbeit zwischen der Zivilgesellschaft, städtischen Akteur*innen, Eigentümer*innen und vielen weiteren Personen, Institutionen und Gruppen möglich. Sie erfordern Mut, Kreativität und Durchhaltevermögen. Genau dieses Engagement macht sie preiswürdig.
ASPEKTE
Die folgenden sieben Aspekte gemeinwohlorientierter Raumentwicklung bilden als Orientierungsrahmen eine Grundlage für die Bewertung der Einreichungen zum diesjährigen Preis. Wenn nicht alle Aspekte durch Ihr Projekt bearbeitet werden oder wurden, ist das kein Ausschlusskriterium.
- Gemeinwohlorientierung: Das Projekt wirkt über Einzelinteressen hinaus und leistet einen langfristigen sozial-ökologischen Beitrag für die (Stadt-)Gesellschaft. So fördert es beispielsweise die Nachbarschaft und den sozialen Zusammenhalt.
- Ressourcenschonung: Das Projekt arbeitet mit dem Baubestand und setzt – wo möglich – auf Neunutzung, Wiederverwendung und Umnutzung von Anlagen, Gebäuden und ihren Bauteilen.
- Kreativität und Innovationsgehalt: Das Projekt geht mutig neue Wege und zeigt kreative Ansätze und Lösungen im Umgang mit Raumpotenzialen.
- Ko-produktive Prozesse: Im Projekt arbeiten mehrere Akteure*innen mit unterschiedlichen Hintergründen und vielfältigen Perspektiven zusammen. Es werden aktiv Zugänge für unterschiedliche Zielgruppen geschaffen.
- Strukturelle Veränderungen und neue Allianzen: Das Projekt schafft neue Strukturen und verbindliche Kooperationsmodelle. Dies können beispielsweise gemeinwohlorientierte Betreibermodelle, Nutzungsgemeinschaften oder gemeinschaftliche Eigentumsmodelle sein.
- Wissensaufbau und -transfer: Das Projekt sammelt gezielt Erfahrungen, macht eigenes Wissen für andere Kontexte nutzbar und sorgt dafür, dass es weitergegeben wird.
- Wirkungsorientierung: Das Projekt zielt darauf ab, langfristige gesellschaftliche Wirkungen zu erzeugen und kann dies plausibel darstellen.
PREISVERLEIHUNG & KONFERENZ
Die Preisverleihung findet im Rahmen einer dreitägigen Konferenz vom 19. bis 21. Oktober 2026 an der Hochschule München, Fakultät für Architektur (Karlstraße 6, 80333 München) statt.
Sie möchten Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen mit anderen Akteur*innen teilen? Reichen Sie jetzt Ihre Beitragsidee für die Konferenz ein. Möglich sind z. B. Impulsvorträge, Workshops oder Performances & Installationen. Informationen zur Konferenz und dem Aufruf zur Einreichung von Konferenzbeiträgen finden Sie hier.

