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Frankfurter Stadtteilküche

25. März 2026 By Redakteur

Zwei Männer in Kapuzenpullovern stehen an einem großen dampfenden Kochtopf auf einem Markt mit Tischen und Menschen im Hintergrund

 

Die „Frankfurter Stadtteilküche“ ist ein dreimonatiges, nachbarschaftliches Pilotprojekt, das nach der Logik der „produktiven Fiktion“ Ernährung als Teil kommunaler Daseinsvorsorge praktisch erfahrbar macht und einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln vorlebt.

Ernährung ist keine private Nebensache, sondern Grundlage für Gesundheit, Bildung, Teilhabe und Würde. Gemeinschaftliche Ernährungssysteme können Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, Isolation mindern und Sorgearbeit neu verteilen.

Die Notwendigkeit ist akut: Lebensmittelpreise sind seit 2021 im Schnitt um rund 30 % gestiegen. Besonders betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen – über 11 % der Bevölkerung in Deutschland können sich laut Studie von 2025 keine gute Ernährung leisten. In Frankfurt gilt mehr als ein Fünftel der Menschen als armutsgefährdet, bei Kindern sogar rund ein Viertel.

Hier setzt das Projekt an: An zwei Orten in Frankfurt entsteht jeweils für vier bis sechs Wochen eine täglich geöffnete Stadtteilküche – einmal im Riederwald in einem leerstehenden Lokal, einmal im Künstlerhaus Mousonturm. Anwohner*innen, Künstlerinnen und Profiköch*innen kochen gemeinsam täglich eine warme vegetarische Mahlzeit aus vorrangig gerettet Lebensmitteln. Während der Öffmungszeiten und parallel zum Kochen finden Vorträge statt in welchen es um Ernährungsarmut, solidarische Landwirtschaft aber auch um ferministische Fragen von Sorgearbeit gehen soll.

Die Neue Frankfurter Stadtteilküche ist eine gelebte Forderung: Ernährung muss Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge werden. Es braucht kommunal getragene Stadtteilküchen in allen Ortsbezirken – organisiert mit der Nachbarschaft, überwiegend pflanzlich, regional und unter Einbeziehung geretteter Lebensmittel.

Im Rahmen des von der Hans Sauer Stiftung finanzierten Vermittlungs- und Vernetzungsformats sollen sich lokale Einrichtungen solidarischer Gemeinschaftsverpflegung – wie Küfas und Voküs – sowie karitative Angebote wie Suppenküchen und Obdachlosenspeisungen vernetzen und gemeinsam fortbilden.

Das Projekt wird getragen vom Bündnis für solidarische Gemeinschaftsverpflegung Frankfurt, einem Zusammenschluss zahlreicher Initiativen aus Klimaaktivismus und Ernährungsgerechtigkeit aber auch Gastronomie, Wissenschaft und Kunst.

 

Organisation:
Hochschule Darmstadt
Zentrum für nachhaltige Wirtschafts- und Unternehmenspolitik
Andpartnersincrime

Kontakt zum Projekt:
Eleonora Lela Herder
lela@andpartnersincrime.org
stadtteilkueche@andpartnersincrime.org

Bildrechte (c)
Admassu Kombolcha

Kategorie: Förderprojekt 24/25

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