Schulen werden häufig als neutrale Orte verstanden. Für viele Schwarze, afrikanische, afrodiasporische und indigene Kinder und Jugendliche entspricht das nicht ihrer Realität.
Rassistische Zuschreibungen, Ausgrenzung und strukturelle Ungleichbehandlung prägen für viele junge Menschen den Schulalltag. Oft bleiben diese Erfahrungen unsichtbar, werden relativiert oder als Einzelfälle behandelt. Dabei beeinflussen sie Bildungswege, Selbstwahrnehmung, mentale Gesundheit und das Gefühl von Zugehörigkeit nachhaltig.
Das Projekt „Perspektivenwechsel im Klassenzimmer“ von tubman.network e. V. setzt genau an dieser Realität an. Es verbindet partizipative Aktionsforschung, Community-Arbeit, psychosoziale Begleitung und kreative Forschungsmethoden, um Bildungsräume aus der Perspektive derjenigen zu untersuchen, die von Diskriminierung betroffen sind.
Im Zentrum des Projekts steht die Frage, wer Wissen über Schule produziert und wessen Erfahrungen dabei ernst genommen werden.
Kinder und Jugendliche werden nicht lediglich als Befragte verstanden, sondern als aktive Co-Forscherinnen. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen, Pädagoginnen und Künstlerinnen analysieren sie ihren Schulalltag, erkennen strukturelle Muster und entwickeln eigene Perspektiven für gerechtere Bildungsräume.
Dabei beschäftigen sie sich unter anderem mit folgenden Fragen:
- Wie beeinflusst Rassismus Bildungswege, Selbstbild und mentale Gesundheit?
- Wie überschneiden sich unterschiedliche Formen von Diskriminierung im schulischen Alltag?
- Welche Bedingungen stärken Resilienz, Selbstwirksamkeit und Handlungsspielräume?
- Welche strukturellen Veränderungen braucht eine diskriminierungssensible Schule?
Citizen Science wird im Projekt nicht als reine Datensammlung verstanden, sondern als demokratischer Prozess gemeinsamer Wissensproduktion. Das Erfahrungswissen junger Menschen wird dabei als wissenschaftlich und gesellschaftlich relevant anerkannt.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts sind kreative und nicht-stigmatisierende Forschungsmethoden. Musik, Video, Fotografie, Theater und digitales Storytelling dienen nicht nur dem Ausdruck, sondern auch der Analyse sozialer Realität. Sie ermöglichen Zugänge zu Erfahrungen, die in klassischen Forschungsformaten oft unsichtbar bleiben.
Organisation:
tubman Network e.V.
Kontakt zum Projekt:
Projektkoordination: Amal Abbass und Dr. Lawrency de Albuquerque
frontoffice@tubman-network.org


