Social Design >>IM/MIGRATION auf dem Münchner Stiftungsfrühling

27. März 2015

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Foto: © Astrid Eckert/Photographie

Die Hans Sauer Stiftung hat am 22.3.2015 alle Interessierten ins Oskar von Miller Forum zu Social Design >>IM/MIGRATION eingeladen. Mit dabei waren: Oliver Heiss von der Bayerischen Architektenkammer, die Münchner Initiative Bellevue di Monaco, Cucula – Refugees Company for Crafts and Design, morethanshelters und die Gewinnerin des Hans Sauer Award 2015 Mona Mijthab. Außerdem präsentierten Studierende des Lehrstuhls für Industrial Design der TU München Ergebnisse eines Entwurfsseminars zum Thema im Form einer Ausstellung.

Das Thema war: Welchen Beitrag kann Social Design zur Verbesserung sogenannter „Arrival und Transition Places“ in Herkunfts-, aber auch Zufluchtsländern von Flüchtlingen leisten? Kann eine neue, sozial verantwortliche Gestaltung von Unterkunftssituationen, aber auch von Dienstleistungsangeboten z.B. die Betroffenen direkt und kollaborativ miteinbeziehen? Die Fragestellung ergibt sich angesichts der Tatsache, das Flucht und Migration für Millionen von Menschen tagtäglich bedeutet mit provisorischen und prekären Wohn- und Lebenssituationen konfrontiert zu sein: in den Herkunftsländern, aber auch am Ende der oft traumatischen Wege in die meist westlichen Zufluchtsstaaten. Eine Logik der Kontrolle und Separation erschwert oder verhindert Annäherung und Integration in die soziale, kulturelle und ökonomische Umwelt. Welchen Beitrag kann hier eine sozial verantwortliche Gestaltung von Unterkunftssituationen, aber auch von Dienstleistungsangeboten leisten, eine Gestaltung, in die z.B. die Betroffenen direkt und kollaborativ miteinbezogen werden?

Oliver Heiss leitete mit einer Keynote zum Thema Social Design ein und warf Schlaglichter auf entsprechende Strömungen und Traditionslinien in Deisgn und Architektur vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. An der anschließenden Diskussion beteiligten sich Designer und Aktivisten aus ganz Deutschland, die mit ihren Projekten an ganz unterschiedlichen Punkten ansetzen. Der Hamburger/Berliner Social Designer Daniel Kerber arbeitet mit seinem Unternehmen morethanshelters an der Frage, wie Flüchtlingslager zu menschlicheren Orten werden können. Die Designerin Mona Mijthab beschäftigt sich in ihrem preisgekrönten Konzept MoSan mit einfachen und transportablen Lösungen für die sanitäre Versorgung in solchen Lagern. Zwei weitere Projekte beschäftigen sich mit der Situation von Flüchtlingen in deutschen Städten: Die Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco will in der Münchner Innenstadt eine Flüchtlingsunterkunft schaffen und CUCULA aus Berlin fertigt mit im eigenen Betrieb ausgebildeten Flüchtlingen Stühle nach Entwürfen des Designers Enzo Mari. Das Podium zeigte eindrucksvoll die Breite der Ansätze im Bereich eines Social Designs, aber auch welchen neue Rollenverständnisse und Praktiken hinter dem Begriff stehen. Moderiert wurde die Diskussion von der Design- und Zukunftsforscherin Andrea Augsten. Ein Flyer mit dem Programm steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.