Social Design im Krankenhaus: Designimpulse im Kontext der Infektionsprävention

22. August 2014

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Designer der Bauhaus Universität Weimar beschäftigen sich schon seit längerem mit dem Problem der sogenannten nosokomialen Infektionen – Infektionen, die im Zusammenhang mit einer Behandlung im Krankenhaus stehen. Schätzungen besagen, dass allein in Deutschland jährlich mehr als 35.000 Menschen an den Folgen solcher Infektionen sterben. Grund ist oft mangelnde Therapietreue, also die Nichtbeachtung von Leitlinien und Vorschriften im Krankenhausalltag,ein universelles Problem des Gesundheitsverhaltens. Als größte Herausforderung gilt dabei die Hygiene im Krankenhaus. Unterstützen kann hier ein Design, das ein bewusstes Verhalten Im Kontext von Medizin, Pflege und Patient thematisiert.

Die Annahme ist, dass dem Thema Hygiene nicht nur mehr Verantwortung und Aufmerksamkeit entgegengebracht werden muss, es muss vor allem eines: sichtbar werden. Eine mehrjährige Studie zum läuft derzeit am Universitätsklinikum in Jena. Ziel ist es, durch Präventionsmaßnahmen die Infektionsrate um 20 % zu verringern. Hierbei ist auch die Intervention durch visuelle Gestaltung gefragt. Lebensnotwendige Maßnahmen in der modernen Medizin sind abhängig von Vorgängen wie der richtigen Händedesinfektion. Eine dem Thema gerecht werdende Informationsgestaltung und visuelle Verortung findet bisher nicht statt. Welche Verantwortung hat die Gestaltung? Gebraucht wird ein universaler, sozialer und transkultureller Designansatz, der den Umgang mit der Händedesinfektion im Krankenhaus regelt.

Die Hans Sauer Stiftung unterstützt im Projekt „Handspot“ Designer der Universität Weimar bei der forschungsbasierten Entwicklung eines Superzeichens der Händedesinfektion. Dieses Zeichen entsteht aus der Analyse im Krankenhaus. Es soll ähnlich einem Gebotszeichen im Straßenverkehr den richtigen Einsatz der Händedesinfektion „regeln“. Ziel ist es das entstehende Zeichen mit einer DIN-Verifizierung in die uns bekannte Klasse der Arbeitsschutzzeichen einzugliedern bzw. eine vergleichbare Verifizierung durch die World Health Organistaion zu schaffen. Basierend auf den sogeannten „5 Moments“ der Händedesinfektion werden so Markierungen geschaffen, die gleichzeitig eine Erinnerungsstütze und Signal für das gestresste und unter Zeitdruck stehende Personal sind. Die Idee: “The logo as the call to action“.