MoSan und Reachi gewinnen den Hans Sauer Award 2015

27. Februar 2015

Fotograf Hannover

Zum Abschluss der Social Design Elevation Days in München wurden die Sieger des diesjährigen Hans Sauer Award ausgezeichnet. Aus 120 Bewerbungen aus ganz Europa waren neun Finalisten ausgewählt und nach München eingeladen worden. Dort arbeiteten die Teams vier Tage lang an ihren Konzepten, begleitet und angeleitet von Workshops von Ezio Manzini, der Aarhus School of Architecture, der Social Entrepreneurship Akademie, Christoph Burkhardt, der Unternehmertum GmbH sowie Coaches aus München, Köln, Delft und London.

Am Ende kamen eine Fachjury (Andrea Augsten/Design- und Zukunftsforschung, Dominik Domnik/Social Entrepreneurship Akademie, Thomas Bade/iF UNIVERSAL DESIGN, Stephan Augustin/BMW; TechShop, Johann Schorr/Impact Hub Munich, Ralph Boch/Hans Sauer Stiftung) und ein mehr als einhundertköpfiges Publikum im Impact Hub Munich zu dem selben Ergebnis: Sieger ist das Projekt MoSan der Magdeburger, jetzt Züricher Designerin Mona Mijthab. Ihre kleine transportable Sitztoilette („MoSan“, kurz für „mobile sanitation“) benötigt keinen Strom und kein Wasser. Zu MoSan gehören außerem Verwertungskreisläufe, die Rohstoffe wie Biogas, Kompostdünger und Feuerbriketts hervorbringen.

Zweiter Sieger wurde das Projekt „Reachi – the missing link“ der dänischen Designerinnen Ida Stougaard Andersen und Pernille Skjødt Møller. Reachi ist ein Kommunikationsgerät bzw. ein Kommunikationssystem für Krisengebiete. Es baut auf der modernen Technologie “vermaschter Netze” auf und kommt damit ohne Infrastruktur aus. In Katastrophenregionen dient es als fehlendes Glied zwischen professionellen und freiwilligen Helfern. Reachi stärkt diese Freiwilligen vor Ort und verhilft Organisationen wie dem Roten Kreuz schnell zu einem Überblick über das Ausmaß der Krise und die notwendigen Hilfsmaßnahmen.

Beide Projekte sind Beispiele für eine neue Art von Designpraxis und -denken: orientiert an sozialen Fragestellungen, partizipativ durch den Einbezug lokaler Nutzer, empathisch gegenüber soziokulturellen Kontexten, auf Enthierarchisierung und Mitsprache und damit auf Handlungsbefähigung marginalisierter Gruppen setzend. Die Hans Sauer Stiftung wird die konzeptionelle, methodische und praktische Weiterentwicklung dieses Trends in den kommenden Jahren weiter fördern.