Hochschule Coburg: Demografischer Wandel als Designherausforderung

20. Mai 2015

innovation by experiment

Der demografische Wandel stellt viele Regionen Nordbayerns vor große Probleme: Abwanderung der jüngeren Bevölkerung, Verlust der Standortattraktivität, Stagnation der Wirtschaftsentwicklung u.a.m.Dem gegenüber befinden sich gerade in Oberfranken zahlreiche erfolgreich operierende Unternehmen – zum Teil mit Markführerschaft in Nischenmärkten, mit großer Tradition, hohem Innovationspotential und tiefer Verbundenheit zur Region. Bereits jetzt ist in den technischen Unternehmen ein deutlicher regional begründeter Fachkräftemangel festzustellen. Dem Sog des Attraktivitätsverlusts im Zusammenspiel mit den Auswirkungen auf soziale Infrastruktur (Schließung von Schulen, Kindergärten etc.), wirtschaftliche und technische Infrastruktur (bis hin zur Schließung von Kläranlagen) soll in einem neuen Projekt der Hochschule Coburg mit innovativen und neuen Methoden begegnet werden, da klassische Lösungsansätze nur bedingt erfolgversprechend sind.

„Innovation by experiment“ lautet der Projekttitel des Studiengangs Integriertes Produktdesign an der Hochschule Coburg. Auf Initiative von Prof. Gerhard Kampe kooperiert das Projekt mit Hochschulpartnern aus Graz in Österreich (Hochschule Joanneum) und Aarhus in Dänemark (School of Architecture) auf internationaler Ebene. Man wird anhand von Fallstudien untersuchen, inwieweit experimentelle Methoden Entwicklungsprozesse für Produkte, Dienstleistungen und öffentlichen Raum ergänzen bzw. ablösen können; z.B. durch den Einbezug von User Experience in der Analyse- und Konzeptionsphase, bei der Ideenfindung und Entwicklung von Nutzungsszenarien, bei der Entwicklung innovativer Kreativitätsmethoden und -techniken. Dabei sollen eingefahrene Strukturen bewusst verlassen und ein offenes Umfeld für experimentelle Entwicklungsmethoden geschaffen werden.

Design versteht sich in diesem Zusammenhang als Initiator und Gestalter von Problemlösungen, Produkten, Dienstleistungen und Netzwerken – aber auch als Motor und Moderator von Veränderungsprozessen. Auf internationaler Expertenebene werden gemeinsam mit Unternehmen und Kommunen innovative und experimentelle Designmethoden zur Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung und zur Bewältigung der demografischen Herausforderungen in der Region entwickelt, angewandt und evaluiert. Die Zusammenarbeit und der Austausch auf internationaler Ebene zielt auf ein übertragbares Kompendium innovativer praxisorientierter Designmethoden mit der Darstellung von Best-Practice Projekten mit nachhaltiger Wirkung für die Region über das Forschungsprojekt hinaus. Die Hochschule Coburg wirkt dabei als Inkubator für innovative Entwicklungen unter Einbezug des internationalen Netzwerks und der eigenen internen Ressourcen (Integriertes Produktdesign, Architektur, Innenarchitektur, Sozialwesen, Maschinenbau etc.).