Das Symposium „Flucht nach Vorne“ diskutierte am 10.3. und 11.3.2016 über gebaute Lösungen für die Integration von Geflüchteten

3. März 2016

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Fotos: Edward Beierle

Am 10. und 11. März 2016 lud der BDA Bayern und die Bundesstiftung Baukultur gemeinsam mit der Hans Sauer Stiftung zur Werkstatt „Flucht nach Vorne – Gebaute Lösungen für die Integration von Geflüchteten in unsere Gemeinschaft“ im Museum Fünf Kontinente nach München ein. 

Der anhaltende Strom von Flüchtlingen hat für das Thema Wohnen in Deutschland eine neue Dimension gebracht. Dabei geht es nicht nur darum, für eine stetig zunehmende Zahl von Zuwanderern geeignete Unterkünfte in integrierten Lagen bereitzustellen, sondern auch die langfristige Einbindung dieser Menschen in unsere Gemeinschaft bei der Planung zu berücksichtigen. Hierzu bedarf es mehr Kommunikation zwischen allen Beteiligten, darunter den Kommunen, Städten, Gemeinden, Politikern, Architekten, Planern, Sozialarbeitern und Fachleuten der unterschiedlichen Disziplinen, um in einem transkulturellen und interdisziplinären Erfahrungsaustausch diese große baukulturelle, aber auch gesellschaftliche Herausforderung bewältigen zu können.

Trotz teilweise unzulänglicher Bedingungen in den Erstaufnahmen und Folgeeinrichtungen sollten nicht übereilte Lösungen gesucht, sondern langfristig durchdachte und gesellschaftlich nachhaltige bauliche Maßnahmen im Sinne der Baukultur ergriffen werden. Temporäre Unterbringungen können kurzfristig für Entlastung sorgen, werden langfristig aber eher Probleme schaffen, wenn aus ursprünglich zeitlich begrenzter Containerarchitektur dauerhafte Orte ohne Integrationspotenzial werden.

Bereits seit einiger Zeit werden die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen spürbar. München hat mit seinem bürgerschaftlichen Engagement deutlich gezeigt, dass es bereit ist, diese Herausforderungen anzunehmen. In der Werkstatt „Flucht nach Vorne“ werden über Impulsvorträge und Projektvorstellungen, u. a. Planungsprozesse auf kommunaler Ebene und Liegenschaftspolitik, die Verantwortung von Politik und die Wirkung von Partizipation und guter Architektur thematisiert.

Akteure unterschiedlicher Disziplinen sind eingeladen, gemeinsam Strategien zu entwickeln und Ausblicke in die Zukunft zu wagen. Die frühzeitige Einbindung von Soziologen, Psychologen und Fachleuten mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und die Berücksichtigung überzeugender Planungslösungen werden langfristig nachhaltige Erfolge hervorbringen. Ziel der Veranstaltung war, den Prozess und die Diskussion voranzutreiben und einen Beitrag hierfür zu leisten, auf dem aufgebaut werden kann. Es ging darum, Vorschläge zu machen, die zurück in die Politik fließen, Inspirationen zu liefern, die Projekte hervorbringen und Erfahrungen weiterzugeben, von denen zukünftige Projekte profitieren können.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Museum Fünf Kontinente, der Hans Sauer Stiftung, der Stiftung Federkiel und dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt München durchgeführt und durch Ziegel Zentrum Süd e.V. unterstützt.

Kuratorin der Veranstaltung war Julia Hinderink MA RCA.