Projekte der Hoffnung 2009: "Was heißt Wachstum? Ökologisch-wirtschaftlich-spirituell", basierend auf dem Alternativen Nobelpreis
Die Idee von „right livelihood“ – der richtigen Art zu leben – geht auf ein uraltes Prinzip zurück. Es bedeutet, ein Leben zu führen, das andere Menschen und unsere Umwelt respektiert, verantwortlich zu handeln und nur einen fairen Anteil der begrenzten Ressourcen unseres Planeten zu verbrauchen. Die Right Livelihood Award Stiftung vergibt seit 1980 jährlich den sogenannten Alternativen Nobelpreis und ehrt damit Menschen und Initiativen, die sich in ihrer Arbeit, in ihrem Engagement an diesem Prinzip orientieren. Die Preisträger setzen sich für Menschenrechte, Frieden, Konfliktlösung, die Rechte von Minderheiten, kulturelle und spirituelle Erneuerung, den Schutz der Umwelt und den nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen ein. Weitere Themen der Arbeit der Preisträger sind Globalisierung, Landwirtschaft, Kinder, Bildung, Ernährung, Alternative Technologien und neue Wirtschaftsmodelle.“Der Right Livelihood Award will dem Norden helfen, eine Weisheit zu finden, die zu seiner Wissenschaft passt, und dem Süden, eine Wissenschaft zu finden, die seine alte Weisheit ergänzt“, sagt der Preisstifter, Jakob von Uexküll.
"Was heißt Wachstum? Ökologisch-wirtschaftlich-spirituell"
Dieser Frage wurde bei den Projekten der Hoffnung 2009 im November in Bregenz nachgegangen. Ziel der mehrtägigen Veranstaltung war es, in Schulen, im Rahmen der Podiumsdiskussion sowie der Tagung Initiativen vorzustellen, die andere Antworten auf die derzeit anstehenden wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Fragen geben als die, die aus dem derzeit richtungsweisenden System resultieren. Antworten, die geprägt sind von einem ökologisch-kooperativen Weltbild, das davon ausgeht, dass wir alle verbunden sind mit dem Netz des Lebens. Wie überlebensnotwendig es ist, sich jetzt diesen anderen Lösungswegen die bereits da sind und gelinge, voll und ganz zuzuwenden, macht die aktuelle Umwelt-, Wirtschafts- und Finanzsituation deutlich.
Folgende Preisträger/Referenten waren anwesend:
Hermann Scheer erhielt für seine unermüdliche Arbeit zu weltweiten Förderung der Sonnenenergienutzung 1999 den Ehrenpreis. Das Time Magazin schreibt über ihn: „Im letzten Jahrzehnt hat dieser ernsthafte Ökonom, mehr als jeder andere einzelne Politiker, die europäische Energielandschaft verändert.“ Seit Ende der 1980er Jahre setzt sich Scheer auf nationaler und internationaler Ebene für die generelle Ablösung atomarer und fossiler Energien ein, auch Konflikte und Krieg um Energieressourcen könnten seiner Meinung nach nur so beendet werden.
Swamiji Agnivesh wurde gemeinsam mit Ashgar Ali Engineer 2004 mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Weltweit bekannt wurde er durch seine Aktivitäten gegen Zwangsarbeit. Seit vielen Jahren engagiert er sich in sozialen Bewegungen, kämpft gegen den von der Welthandelsorganisation und der Weltbank gestützten Neokolonialismus und unterstützt Initiativen für einen respektvollen Umgang mit der Natur. 1987 führte er einen 18tägigen Fußmarsch zum Protest gegen die zwar verbotenen, aber immer noch vorkommenden Witwenverbrennungen an und wurde hierfür 14 Monate inhaftiert.
Robin Cornelius: 1990 wurde Alice Tepper Marlin und ihre Initiative Council on Economic Priorities (CEP) mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. 1997 gründete die Preisträgerin mit der gemeinnützigen Organisation Social Accountability International (SAI) eine Nachfolgeorganisation von CEP, die sich dem Einsatz und der Aufsicht von freiwilligen nachweisbaren Sozialverantwortlichkeitsstandards verschrieben hat. Robin Cornelius ist Mitglied des Advisory Board von SAI und Gründer der Schweizer Textilfirma Switcher. Das Unternehmen legt hohen Wert auf soziale und ökologische Verantwortung bei Produktion und Vertrieb seiner Produkte. Die Stiftung Switcher (Gründung 2004) setzt sich mit Projekten in Afrika, China und speziell in Indien für eine nachhaltige Entwicklung und soziale Verantwortlichkeit ein.
Die HANS-SAUER-STIFTUNG wird die CD-Produktion der Tagung „Was heißt Wachstum? Ökologisch-wirtschaftlich-spirituell" finanzieren, da es eine große Übereinstimmung zwischen den Zielen der Projekte der Hoffnung und denen der Stiftung gibt: Nämlich, ein Bewusstsein zu entwickeln, Teil einer faszinierenden Welt zu sein, für deren Schutz man Verantwortung zu tragen hat.