Philosophischer Diskurs:
Nietzsche Gesprächskreis - Nietzsche Kolloquium
Dieses Projekt des Nietzsche-Forums München e.V. stellt Fragen nach der Begründung und Verwirklichung von Werten in der modernen Gesellschaft. Der jährlich stattfindende interdisziplinäre Gesprächskreis versucht, die tiefgreifenden gesellschaftlichen Umgestaltungen, die wir heute erleben, anhand ausgewählter Phänomene, so z.B. des „Gestaltwandels des Religiösen“ – zu beschreiben, philosophisch und religionswissenschaftlich zu analysieren, sozialwissenschaftlich zu verstehen und die gesellschaftlichen Hintergründe und Folgen zu erörtern. Das Nietzsche-Forum München e.V., zurückgehend auf die 1919 von Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal u. a. in München gegründete Nietzsche-Gesellschaft e.V., verfolgt die doppelte Zielsetzung eines Denkens und Weiterdenkens mit Friedrich Nietzsche. Ausgehend von den heute mehr denn je aktuellen Analysen Nietzsches und seiner vielfältigen Wirkungsgeschichte geht es einerseits um eine Rezeption und Vermittlung von Wissen im philosophischen und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich. Andererseits sollen die in Wissenschaft und Gesellschaft aktuell wirksamen Denkmuster und Paradigmen zusammen mit traditionellen Denkschemata auf ihre Tragfähigkeit und Problemlösungsfähigkeit hin geprüft und so neue fruchtbare Denkansätze erkannt und in die Diskussion eingebracht werden.
Insbesondere gilt dies für das Projekt „Gesprächskreis – Kolloquien“, das der Erforschung des grundlegenden Werte- und Strukturwandels unserer westlichen Zivilisation gewidmet ist. Dieses Projekt wurde von Frau Dr. Beatrix Vogel, der 1. Vorsitzenden des Nietzsche-Forums München, im Anschluss an das Symposium „Von der Unmöglichkeit oder Möglichkeit, ein Christ zu sein. Zur abendländisch-geschichtlichen Freiheits- und Wertekonstitution“ (1996), das aus intensiven Gesprächen mit dem Stifter, Herrn Dr. Hans Sauer, hervorgegangen war, konzipiert und in ständiger Absprache mit dem Vorstand der HANS-SAUER-STIFTUNG durchgeführt.
Die Stiftung hat das Projekt in den Jahren zwischen 2001 und 2007 wiederholt unter dem Gesichtspunkt gefördert, dass neue Entwicklungen im Sinne der "kybernetischen Kreativität“ nicht nur auf ökonomische, sondern auch auf ökologische und soziale Abhängigkeiten und Auswirkungen hin zu bedenken sind.
Nietzsche Kolloquien:
Die Kolloquien, die die Inhalte des Gesprächskreises gezielt nach außen tragen und einem größeren Publikum zur Diskussion stellen sollen, sind ein integraler Bestandteil des Gesprächskreisprojekts: Ein tieferes Verständnis der im Spiel der Kräfte faktisch wirksamen Denkmuster und Wertsetzungen soll dazu beitragen, die sich vollziehenden gesellschaftlich-kulturellen Umgestaltungen besser zu verstehen und ihnen bewusst und aktiv zu begegnen. Das leitende Erkenntnisinteresse des Gesprächskreises, eine selbstverantwortliche Werteorientierung zu erarbeiten und nach Möglichkeiten zu suchen, wie man Fehlentwicklungen entgegensteuern kann, muss sich hier, im oft kontroversen Gespräch, bewähren. Um einen möglichst intensiven Vermittlungs- und Kommunikationsprozess zu ermöglichen, folgt auf die Vorstellung des jeweiligen Themas durch die Referenten eine (mindestens) zweistündige Diskussion sowohl der Referenten untereinander als auch des Plenums mit den Referenten.