Druckkostenzuschuss für das Buch:
The Politics of Corporate Social Responsibility. The Rise of a Global Business Norm.Die Verantwortung von Unternehmen im sozialen und ökologischen Bereich ist heute ein weltweites Thema. Das Thema wird heute weitverbreitet unter dem Schlagwort der „Corporate Social Responsibility (CSR)“ diskutiert, ein nicht genau definiertes Konzept, das Unternehmen heutzutage als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den sogenannten „Stakeholdern“ zu integrieren. In den letzten Jahren wurden dazu viele Initiativen gegründet, an denen sich Unternehmen beteiligen, etwa der UN Global Compact oder die Global Reporting Initiative. Die Studie der Soziologin und Politikwissenschaftlerin Ursula Mühle „The Politics of Corporate Social Responsibility (CSR)“ zeigt anhand einer soziologischen Untersuchung von zwei globalen Initiativen, wie sich die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen von einem politischen Regulierungsinstrument zu einer globalen Unternehmensnorm gewandelt hat. Das zentrales Ergebnis der Studie: Unternehmen treten heute zunehmend als politische Akteure auf. Sie können und müssen in die Lösung komplexer Probleme wie die Folgen des Klimawandels oder die Verletzung von Menschenrechten einbezogen werden. Wie die Forschung zu Tage förderte, erfolgt eine Einbindung von Unternehmen in gesellschaftspolitische Fragestellungen aufgrund von politischem oder öffentlichen Druck; aber auch durch latente Effekte wie durch Nachahmung anderer oder auf Anregung von Beratern. So führen Firmen CSR Politiken ein, weil es die Konkurrenz auch bereits so macht oder weil sie es von ihren Beratern, die sie bezüglich anderer Themen beraten, so empfohlen bekommen. Versteht man diese Mechanismen, so kann man sie konsequent nutzen, um auch in unserer komplexen Welt Politik zu machen.
Die Stiftung hat die Drucklegung unterstützt, weil die Arbeit einen gesellschaftswissenschaftlichen Blick auf den erstaunlichen „Aufstieg“ eines Konzeptes ökologisch-sozialer Selbstverpfl ichtung von Unternehmen wirft. Es eröffnet damit einen sehr interessante Perspektive auf die gesellschaftlichen und politischen Prozesse, die dieser „Karriere“ zugrunde lagen und liegen.
Ursula Mühle, Dr. phil., ist Geschäftsführerin der Graduiertenschule Graduate School of Information Science in Health
LinksInternetportal der deutschen Wirtschaft zum ThemaFührende internationale OrganisationBroschüre des BMU zur Umweltrelevanz von CSR