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Biologisches Promotionsprojekt: Verständnis und Vorhersage der Invasionsdynamik des Schmalblättrigen Greiskrauts Senecio inaequidens in Mitteleuropa


Biologische Invasionen stellen eine der Hauptursachen für den Verlust an Biodiversität und für Änderungen in der Struktur und Funktion von Ökosystemen dar. Ziel dieses Promotionsprojektes ist es, ein besseres Verständnis der Dynamik biologischer Invasionen zu gewinnen und dadurch eine Grundlage für Managemententscheidungen zu schaffen. Hierzu soll beispielhaft die Invasionsdynamik des aus Südafrika stammenden Schmalblättrigen Greiskrauts (Senecio inaequidens) in Mitteleuropa untersucht und der weitere Verlauf dieser Invasion vorhergesagt werden. Dies soll durch eine Kombination von Freilanduntersuchungen, Experimenten und mechanistischen Simulationsmodellen erreicht werden.

Die bisherigen Ergebnisse der Untersuchungen zum Schmalblättrigen Greiskraut in seinem afrikanischen und europäischen Verbreitungsgebiet helfen uns die Ursachen für die schnelle Ausbreitung der Art in Europa zu verstehen. Sie eröffnen außerdem Möglichkeiten zu ihrer Bekämpfung. Auf den Forschungsreisen konnte Frau Lachmuth beobachten, dass in afrikanischen Populationen wesentlich weniger Samen produziert werden als in europäischen, da die Blüten in hohem Maße von Insekten befallen und von Ziegen gefressen werden. Eine biologische Bekämpfung der Art mit eingeführten Insektenarten kann daher als potentiell erfolgreiche Maßnahme betrachtet werden. Außerdem würde eine regelmäßige Mahd invasierter Flächen, die erstmals bereits vor dem Blühbeginn der Art im Mai durchgeführt werden sollte, eine weitere Ausbreitung stark einschränken. Die genetischen Untersuchungen ermöglichten uns, das Ursprungsgebiet der eingeführten Samen weiter einzuschränken. Im Falle einer biologischen Bekämpfung sollten Insekten aus den entsprechenden Gebieten eingeführt werden. Diese Analysen zeigten außerdem, dass die Einfuhr großer Samenmengen im Rahmen des Wollhandels und die Ausbreitung der Art entlang von vom Menschen geschaffenen Strukturen (Bahngleise, Autobahnen) zum Erhalt einer hohen genetischen Diversität in Europa beitragen. Diese schützt die Pflanze vor genetischer Verarmung und fördert damit vermutlich die Vitalität und das evolutionäre Potential der einwandernden Pflanzen. Dies wird im Rahmen der Auswertung eines der durchgeführten Experimente und der Freilanddaten weiter untersucht. Die genetischen Daten bieten weiterhin die Möglichkeit Vorhersagemodelle zur weiteren Ausbreitung der Art zu validieren.



Die HANS-SAUER-STIFTUNG unterstützt das Projekt, indem Sie Frau Lachmuth die Reisekosten, die Sie für die Bestandsaufnahme benötigt, finanziert. Der Hauptfinanzier ist die DBU.
 
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