Dezentrale, „easy to use“ Brauchwasseraufbereitungsanlagen für die Megacities der Zukunft.
Projekt des Lehrstuhl für Strömungsmechanik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen
Dieses Projekt stellt sich den ökologischen, gesellschaftlichen und technischen Herausforderungen, die sich infolge einer fortschreitenden und rasanten Urbanisierung im Bereich der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung stellen. Ein Phänomen, an dem sich die jüngere Stadtentwicklung in großer Dramatik zeigt, ist das rasante Wachstum von großen Städten und das Entstehen riesiger Stadtagglomerationen, so genannter Megastädte, in denen mehr als 10 Millionen Menschen leben. Solche vor allem in Asien Südamerika und Afrika beobachtbaren Facetten der Urbanisierung stellen immense Herausforderungen an die Gestaltung und Organisation, an die Versorgung der Menschen mit Gütern und Dienstleistungen, darunter insbesondere auch Wasser. Mit welchen Innovationen lässt sich der gewaltige Wasserverbrauch der Städte nachhaltig stillen? Welche Systeme und Technologien sind in der Lage, diese Wachstumsdynamik aufzufangen?
Eine Möglichkeit der Wasserersparnis liegt in der Bereitung sogenannten Brauchwassers für Teilbereiche des täglichen Lebens, die keine Trinkwasserqualität erfordern. Das Vorhaben zielt deshalb auf die Entwicklung kleinerer dezentraler Brauchwasseraufbereitungsanlagen ab, die dem zu versorgenden Gebiet (Gebäudekomplex, Hochschule, Sportanlage etc.) ein möglichst hohes Maß an Unabhängigkeit verleihen. Ein innovatives Anlagenkonzept wiederum soll auf dieses (aber auch andere) Einsatzfelder zugeschnitten werden, indem es kompakt, robust und leicht bedienbar gebaut wird. Diese Ziele sollen in einer Anlage verwirklicht werden, die eine anaerobe (d.h. durch Mikroorganismen, die keinen Sauerstoff zum Wachstum benötigen) Aufbereitung mit neuen Formen der Messung, Steuerung, Automatisierung und Fernwartung verbindet.
Die HANS-SAUER-STIFTUNG finanziert dieses Projekt, da die Entwicklung dieser Anlagen auch zu Verringerung der globalen Umweltbelastung und zur Ressourcenschonung beiträgt.