Vorstellung der Promotionsarbeit bei der Jahreskonferenz der European Geosciences Union 2008 in Wien: Nachhaltige Beweidungsstrategien in Trockengebieten unter Berücksichtung möglicher
klimatischer Veränderungen
Die Systemwissenschaftlerin Britta Tietjen, die zurzeit im Institut für Vegetationsökologie und Naturschutz an der Universität Potsdam promoviert, hatte die Möglichkeit ihre Forschungsergebnisse in einem Vortrag im Rahmen der Session „Climate-soil and vegetation interactions in ecological-hydrological processes“ vorzustellen. In ihrer Arbeit untersucht sie die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Bedingungen für Viehhaltung in Trockengebieten.
Dazu entwickelt sie sukzessive ein Modell, das die gekoppelte Dynamik von Wasser und Vegetation beschreibt. Mit Hilfe des Modells kann anschließend abgeschätzt werden, wie sich veränderte Niederschlagsmuster und eine erhöhte Temperatur auf das Verhältnis von Gräsern und Sträuchern auswirken könnten. Erste Ergebnisse für eine Dornenbusch-Savanna im namibischen Hochland weisen auf eine verstärkte Verbuschung der Region hin. Dies würde die bereits heute schon schwierigen Bedingungen für die dort praktizierte extensive Viehhaltung in Zukunft weiter verschlechtern.
Neben den häufig sehr eng gefassten Fachvorträgen und Postern fanden auch zahlreiche interdisziplinäre Vorträge und Diskussionsrunden statt. Durch das breite thematische Spektrum der Konferenz boten diese einen sehr guten Einstieg in zahlreiche aktuelle Probleme. So ging es beispielsweise um die Versauerung von Ozeanen durch den erhöhten CO2-Eintrag aus der Luft und die ökologischen und ökonomischen Konsequenzen aus dieser Versauerung. Eine weitere hervorzuhebende Diskussion beschäftigte sich mit den Möglichkeiten der Abscheidung und anschließenden Speicherung von CO2 in geologischen Formationen und den damit verbundenen Risiken. Nicht zuletzt diese zusätzlichen Programmpunkte machen die bemerkenswerte Interdisziplinarität der Konferenz aus, die bei kleineren Fachtagungen sonst kaum möglich ist.
Die HANS SAUER STIFTUNG förderte die Teilnahme, um eine bessere Vernetzung der Hydrologie mit der ökologischen Nachhaltigkeitsforschung zu unterstützen.
Das Promotionsstipendium für Frau Tietjen wird von der Heinrich-Böll-Stiftung finanziert.