home_hans_sauer_stiftung
temptest flyer


TempTest-Gerät: Zur Vereinfachung der Untersuchung von Wärme- und Kälteurtikaria (Nesselsucht/ Nesselfieber) mit Feststellung der genauen Auslösetemperatur


Das Team der Urtikaria-Sprechstunde der Universitäts-Hautklinik Mainz, einer der Spezialsprechstunden für Patienten mit Nesselsucht, hat ein Testgerät entwickelt, durch das die Diagnostik der Wärme- und Kälteurtikaria entscheidend verbessern wird. Bei der Kälte- und Wärmeurtikaria handelt es sich um schwer therapierbare und mitunter tödlich verlaufende Formen der chronischen Nesselsucht, eine sehr häufige und betroffene Patienten erheblich belastende Hauterkrankung.

Die Kälteurtikaria ist durch das Auftreten urtikarieller Hautbeschwerden nach Kältekontakt charakterisiert. Typisch für die Kälteurtikaria ist, dass die Haut wenige Minuten nach Kontakt mit kalter Luft, kalten Flüssigkeiten oder einem kalten Gegenstand mit Juckreiz, Rötung und Quaddelbildung reagiert. Die Diagnose der Kälteurtikaria beruht neben den Angaben des Patienten auf dem positiven Ergebnis von Kälteprovokationstestungen, die zur Entwicklung urtikarieller Hautveränderungen am Ort der Kälteeinwirkung führen. Die traditionell verwendeten Testmethoden zur Diagnose der Kälteurtikaria variieren jedoch erheblich und sind nicht standardisiert. Derzeit werden in Deutschland Kältetests durchgeführt, bei denen Plastik- oder Glasgefäße mit unterschiedlich temperierten Flüssigkeiten, sog. Cold-Packs für jeweils unterschiedlich lange Zeiten (von 3 bis zu 30 Minuten) auf die Haut der Patienten aufgebracht werden.

Zur erheblichen Verbesserung der Diagnostik wurde ein Testgerät entwickelt und gebaut. Die Temperatur dieser thermischen Elemente (Peltier-Elemente) kann von 0°C bis 45°C (± 0,1°C) gradgenau eingestellt werden und wird durch eine zentrale, mikroprozessorunterstützte Steuereinheit kontinuierlich kontrolliert und angepasst. Im Lauf von zahlreichen klinischen Studien wurde das Gerät in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern laufend verbessert. Das jüngste Modell, das TempTest 3.0, ist ein ausgereiftes Medizinprodukt, das nocheinmal deutlich anwendungsfreundlicher und leistungsfähiger als seine Vorgängermodelle ist. Zwölf Temperaturelemente sind in einem einzigen Kopf untergebracht und können thermisch und zeitlich einzeln angesteuert werden.

Die Stiftung hat das Forschungsprojekt finanziert, so dass dieses Gerät entwickelt werden konnte.
Das entwickelte Testverfahren, das insbesondere auch für die Durchführung von dringend notwendigen Therapiestudien erforderlich ist, wird erstmals standardisierte und reproduzierbare Messungen ermöglichen.
 
profmaurer_biografie
link uni mainz uni mainz
  beschreibung temptest