Entwicklung und Aufbau einer Kommunikations-Infrastruktur für Telemonitoring"
Zur besseren Versorgung für chronisch Kranke, ältere Menschen und unterversorgte Regionen
Hintergrund
Durch die zunehmende Alterung und eine ungesunde Lebensweise der Bevölkerung nehmen chronische Erkrankungen wie z.B. Diabetes, Herz-/Kreislauferkrankungen und die chronische Niereninsuffizienz stark zu. In Deutschland sind bereits mehr als 10 Millionen Menschen betroffen. Sie verursachen weit mehr als die Hälfte der Kosten unseres solidarischen Gesundheitssystems und haben eine Kostenspirale in Gang gesetzt, die wir in Form steigender Krankenkassenbeiträge und Zusatzbeiträge erleben. Verbesserungen in der ambulanten Versorgung chronisch kranker Patienten können helfen, diesen Kostenanstieg zu begrenzen und erhöhen gleichzeitig deren Lebensqualität.
Telemonitoring unterstützt eine intensivere, ambulante ärztliche Betreuung chronisch kranker Menschen, bei der z.B. täglich aussagefähige Vitaldaten an den behandelnden Arzt übermittelt werden, die den aktuellen Krankheitsverlauf wiedergeben und bei Abweichungen über einen festgelegten Toleranzbereich hinaus einen Alarm auslösen.
Der damit bereits kurzfristig verbundene Rückgang von Notfällen und Krankenhauseinweisungen vermindert die Behandlungskosten je nach Erkrankung um bis zu 50%. Die Lebensqualität der mit Telemonitoring behandelten Patienten steigt deutlich an.
Projektziel
Trotz des bereits mit einer Reihe von „Insellösungen“ nachgewiesenen qualitativen und finanziellen Nutzens von Telemonitoring gibt es noch einige Barrieren, die dessen breiter Einführung entgegenstehen. Dazu gehört die bisher nicht standardgerechte drahtlose Übertragung der Vitaldaten vom Messgerät zum mobilen Endgerät, die stets zuverlässige Übertragung der Vitaldaten des Patienten oder eines Notrufs an den ambulant behandelnden Arzt oder dessen Vertreter rund um die Uhr, sowie generell die Optimierung der Versorgungsprozesse mit Hilfe einer darauf abgestimmten Kommunikations-Infrastruktur.
Projektziel ist daher die Entwicklung und der Aufbau einer für die Regelversorgung geeigneten Kommunikations-Infrastruktur, die Entwicklung der service-orientierten Architektur, der Steuerungssoftware, sowie einer für die Übertragung von Vitaldaten nötigen neuen Bluetooth HDP-Komponente. Das Projekt wird freundlicherweise von der Hans-Sauer-Stiftung tatkräftig unterstützt.
Die Aristo Telemed AG entwickelt gegenwärtig mit Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit ein neues Versorgungsprogramm für Dialyse- und Prä-Dialysepatienten und plant dies mit der Versorgung einer größeren Zahl von Patienten zu pilotieren.
Die Stiftung unterstützt dieses Projekt, da bei Telemonitoring technische und medizinische Innovationen zusammenwirken, um u.a. eine positive Verhaltensänderung von chronisch Kranken zu bewirken, damit deren Lebensqualität zu verbessern und Krankenhausaufenthalte sowie Notfälle zu vermeiden. Nur so kann eine qualitativ hochwertige und bezahlbare Gesundheitsversorgung auch künftig sichergestellt werden. Durch die Unterstützung wird dafür gesorgt, dass wichtige Kommunikationsbausteine für dieses Versorgungsprogramm zur Verfügung stehen werden.