Diagnose und Therapie von BrustkrebsHintergrund:In den Industrienationen betrifft Brustkrebs bis zu 10% aller Frauen. Mit der bisher eingesetzten Vorsorge durch Röntgenmammographie werden Tumore durchschnittlich bei einer Größe von 10 mm erkannt. Zu diesem Zeitpunkt besteht bereits eine 30%ige Wahrscheinlichkeit für Metastasen. Sind Metastasen vorhanden sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit für die Patientin drastisch.
Die gängigen Therapiemöglichkeiten sind eine brusterhaltende Operation oder eine radikale Mastektomie in Kombination mit Chemo- oder Strahlentherapie.
Projekt:Bei der 3D-Ultraschall-Computertomographie (3D-USCT) wird die Brust nicht wie bei der Mammographie zusammengedrückt, sondern frei hängend, also für die Patientin schmerzfrei, abgebildet. Mit den reproduzierbaren 3D-Bildern wird angestrebt, Tumore bereits mit einer Durchschnittsgröße von 5 mm zu entdecken, was eine Metastasenwahrscheinlichkeit von lediglich 5% mit sich bringen würde. Ohne Metastasen sind die Heilungschancen für die Patientin sehr viel höher. Durch die Untersuchung der Brust in drei Dimensionen können genaue Aufnahmen zu verschiedenen Diagnosezeitpunkten viel besser verglichen werden, wodurch der Krankheitsverlauf deutlich besser überwacht werden kann. Diese neue Methode ist im Gegensatz zur Mammographie auch für Frauen mit dichtem Drüsengewebe, insbesondere jüngere Frauen geeignet. Des Weiteren liefert diese spezielle Art der Ultraschallanwendung eine bessere Bildqualität als alle gängigen Ultraschallverfahren und ist für den Körper völlig ungefährlich.
Es gibt aber noch ein weiteres viel versprechendes Einsatzgebiet dieser neuen Technik, nämlich in der Therapie von Tumoren. Zum einen kann bösartiges Gewebe durch kontrollierte Erhitzung mit Ultraschall völlig nicht-invasiv entfernt werden, ohne das umliegende gesunde Gewebe zu schädigen. Zum anderen besteht die Möglichkeit so genannte „Microbubbles“ in der Krebstherapie einzusetzen. Dabei handelt es sich um winzige Container, die Arzneistoffe oder Kontrastmittel transportieren und in die Blutbahn injiziert werden. Durch Ultraschallsignale können diese am gewünschten Zielort zum Platzen gebracht werden, so dass der transportierte Wirkstoff dort freigesetzt wird. Damit belasten aggressive Krebsmedikamente nicht den ganzen Körper.
Ziel:Das Ziel ist der Design und Aufbau eines weltweit einzigartigen 3D-USCT-Prototypen, der sowohl die Diagnose als auch die gezielte Therapie von Brustkrebs ermöglicht.
Bei einem zukünftigen Einsatz in der Brustkrebsfrüherkennung und Bekämpfung könnten Tumore in für die Patientinnen angenehmeren, aber nicht teureren Vorsorgeuntersuchungen viel früher erkannt und gleichzeitig nicht-invasiv mittels Ultraschall behandelt werden.
Leistung der Stiftung:Wir fördern Herrn Kohout durch die Finanzierung seiner Reisen zu internationalen Konferenzen. Die benötigten Sachmittel für die Promotion werden aus F&E Mitteln des KIT finanziert.
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