Bio-ISOS (Bioresorbierbare, Intramedulläre SpannOsteoSynthese): Schnellere Heilung von Knochenbrüchen
Bio-ISOS ist ein sicheres und einfaches operatives Verfahren, das minimalinvasiv ist und über kleine Hautinzisionen eingebracht wird. Dadurch hat der Patient wenig Schmerzen. Da das Implantat (teilweise) resorbierbar ist, hat der Patient darüber hinaus den Vorteil, dass eine Materialentfernung nach abgeschlossener Knochenbruchheilung entfällt.
Dank eines neuartigen Implantats sollen Brüche kleiner Röhrenknochen in Zukunft schneller heilen. Der von Wissenschaftlern aus München und Aachen entworfene resorbierbare Stabilisator wird in die Markhöhle von Schlüsselbein oder Mittelhandknochen eingesetzt und mit einem Zugseil und Ankern an den Knochenenden befestigt. Das Vorhaben ist einer der Gewinner des Innovationswettbewerbs Medizintechnik 2007. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit bis zu 300.000 Euro für die Durchführung eines Schlüsselexperiments gefördert. Die Wissenschaftler betreten mit dieser Technik Neuland: Das Verspannen der gebrochenen Knochenstücke mithilfe einer in das Knochenmark eingesetzten - intramedullären - Röhre erhöht nicht nur von Beginn an die Stabilität, es fördert auch die schnelle und sichere Heilung des Bruchs. Ein chemischer Trick soll helfen, weitere Zeit zu gewinnen: Das Implantat wird mit einem Polymer beschichtet. Es trägt einen Wachstumsstoff, der das Knochenwachstum anregt.
Eine zusätzliche Beschleunigung des Heilungsprozesses versprechen sich die Mediziner von dem minimalinvasiven Operationsverfahren. Ein Vorteil ist der verringerte Blutverlust. Zudem entstehen nur kleine Narben und nach der Operation treten weniger Schmerzen auf. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass alle verwendeten Materialien bioresorbierbar sind. Eine zweite Operation zur Entfernung der eingesetzten Stützelemente - und damit ein Krankenhausaufenthalt und gleichzeitige Arbeitsunfähigkeit - wird überflüssig. Die Wissenschaftler setzen hierzu auf Polymere auf Polylactidbasis (PLA). Das Verfahren ist nach Ansicht der Wissenschaftler vor allem für die Versorgung von Brüchen kleiner Röhrenknochen wie Schlüssel- und Wadenbein, Unterarm-, Mittelhand- und Mittelfußknochen sowie der Rippen geeignet. Diese zählen zu den häufigsten Knochenbrüchen. Bislang gibt es keine geeigneten intramedullären Implantate. Das Projekt soll diese Lücke schließen.
Die Stiftung unterstützte Herrn Pieske bei der Patentrecherche, und Anmeldung.