Die Jury
Der allen Disziplinen offenen Ausschreibung entsprechend wurde eine mehrdisziplinäre Jury zusammengestellt. Neben dem Stiftungsvertreter (und Wissenschaftshistoriker) Dr. Ralph Boch gehörte dieser die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Martina Heßler an, die seit 2006 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach im Fachbereich Kultur- und Technikgeschichte lehrt und forscht. Dabei stehen aktuelle Technisierungsprozesse und ihrer Konsequenzen für unsere Kultur, unsere Lebens- und Arbeitswelt, aber auch für unser Körperverständnis, ja sogar ganz grundsätzlich für das „Menschsein“, im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Zu ihren Veröffentlichungen zählen die Monographien „Mrs. Modern Woman“ (2001) zur Sozial- und Kulturgeschichte der Haushaltstechnisierung 2001 und „Die kreative Stadt“ (2007) zum sich wandelnden Verhältnis von Stadt und Wissenschaft sowie der Sammelband „Konstruierte Sichtbarkeiten“ (2006), der sich interdisziplinär mit Visualisierungen in Technik und Wissenschaft beschäftigt.
Weiteres Jurymitglied war der Inhaber des Lehrstuhls für Rechnerorganisation und Kommunikation an der der Humboldt-Universität zu Berlin Prof. Dr. Miroslaw Malek, dessen Interessen und Spezialkenntnisse im Bereich des High-Performance-Rechnens sowie bei parallelen und verteilten Rechnersystemen liegen. Neben seiner langen und internationalen Forschungs- und Praxistätigkeit für Universitäten, Forschungseinrichtungen und Großunternehmen hat sich Miroslaw Malek auch mit praktischen Fragen junger „Technikentrepreneure“ in Bereich des e-business und der Internettechnologien beschäftigt und sowohl multinationale Firmen wie auch junge Start-Up-Unternehmen in technischen und strategischen Fragen beraten. Zu letzterem Thema hat er 2004 ein vielrezipiertes Handbuch veröffentlicht (Entrepreneurship. Prinzipien, Ideen und Geschäftsmodelle zur Unternehmensgründung im Informationszeitalter).
Für sozialwissenschaftliche und psychologische Kompetenz schließlich stand das Jurymitglied Prof. Dr. Harald A. Mieg, seines Zeichens bis 2010 Inhaber der HANS-SAUER-PROFESSUR für Metropolen- und Innovationsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2004 untersucht der gelernte Soziologe, Psychologe und Mathematiker dort psychologische Bedingungen und soziale Kontexte des Erfindens, insbesondere aber Erfindertätigkeit im Kontext von Stadtentwicklung. Diese Forschungsarbeit wird eng in das dynamische Umfeld der Professur im Wissenschaftspark Berlin-Adlershof eingebunden und als Ausgangspunkt für Netzwerkarbeit genutzt wie z.B. die Gründung eines Georg-Simmel-Zentrums für Metropolenforschung, das die großstadt- und metropolenbezogenen Kompetenzen zahlreicher Fächer und Einrichtungen der Humboldt-Universität bündelt.