Erfinder- und Innovationsforschung
Unter Erfinderforschung versteht die Stiftung wissenschaftliche Arbeiten und Untersuchungsansätze, die sich empirisch und praxisnah mit der Rolle, der Bedeutung und der Praxis von Erfindern auseinandersetzen. Soziologische und historische Ansätze sind hier ebenso denkbar wie psychologische, ökonomische oder Beiträge anderer, zum Beispiel kognitionswissenschaftlicher Disziplinen. Wichtigstes Kriterium dabei ist, dass Erfinder im Mittelpunkt der Arbeiten stehen, dass ihre Praktiken und Probleme im engeren und weiteren Handlungsumfeld Gegenstand der Untersuchung sind.
Der Begriff des Erfinders ist dabei nicht auf den Einzelerfinder beschränkt. Er wird vielmehr als eine Figur begriffen, die an unterschiedlichen Orten und in verschiedenen Kontexten technologische und andere Innovationen hervorbringt – sei es in der eigenen Garage, in der Entwicklungsabteilung eines Unternehmens oder im Forschungslabor. In dieser Perspektive unterscheidet sich der Begriff des Erfinders von dem des Ingenieurs, des Wissenschaftlers oder des Entwicklers dadurch, dass man ihn nicht auf sein technologisches oder wissenschaftliches Wissen reduzieren kann. Vielmehr spielen bei ihm auch noch spezielles erfinderisches Know-how, eine eigene erfinderische Praxis und Erfahrung sowie Persönlichkeitseigenschaften wie Motivation und Kreativität eine wichtige Rolle.
Erfinderforschung fördert die Stiftung zum Beispiel im Rahmen der HANS-SAUER-PROFESSUR für Metropolen- und Innovationsforschung. Dort werden gegenwärtige Bedingungen des Erfindens in Diplomarbeiten und Dissertationen untersucht. Zentrale Fragestellungen sind:
· Wer sind die Erfinder und Erfinderinnen?
· Wie gestaltet sich der Prozess des Erfindens?
· In welchem Umfeld werden Erfindungen in marktfähige Produkte umgesetzt (F&E, Transfer aus der
Universität, Gründer- und Innovationsförderung, Risikokapital etc.)?
· Was sind Voraussetzungen der Erfindertätigkeit (Bildungsinvestitionen, Risikofreudigkeit etc.)?
· Was sind Indikatoren der Erfindertätigkeit (Patente, Gründungsaktivität etc.)?
Außerdem wurde der HANS-SAUER-PREIS 2006 auf dem Gebiet »Forschung über Erfinder« vergeben. Hier standen Arbeiten im Fokus, die sich mit dem Thema des Erfinders und Erfinderunternehmers oder aber mit dem Prozess des Erfindens selbst auseinandersetzen. Natürlich sind wir als Stiftung auch weiterhin an interessanten Ansätzen, Arbeiten und Veranstaltungen über dieses Thema interessiert.