Hans Sauer Preis 2008

Forschung über Patente und technische Schutzrechte

Der Hans Sauer Preis 2008 hat Forschungsarbeiten prämiert, die sich mit dem Schnittstellencharakter von Patenten zwischen Wissen, Recht und Markt in empirischer und disziplinübergreifender Perspektive auseinandersetzen. Aus einer großen Zahl von Beiträgen aus zahlreichen Disziplinen wurde von der Jury die Promotion der Rechtswissenschaftlerin Dr. Stephanie Bucher ausgewählt. Sie erhielt ein Preisgeld von 5.000 Euro für ihre Arbeit zum zum Thema „Der Schutz von genetischen Ressourcen und indigenem Wissen in Lateinamerika“.

Die ausgezeichnete Arbeit

In den letzten 25 Jahren sind zunehmend Erfindungen in den Blickpunkt des Patentrechts gerückt, die auf genetischen Ressourcen basieren, insbesondere im Umfeld der Pharmaindustrie (Pflanzenwirkstoffe etc.). Diese Ressourcen stammen meist aus Entwicklungs- und Schwellenländern mit hoher Artenvielfalt. Bei der dort einheimischen Bevölkerung wiederum findet sich oft wertvolles traditionelles Wissen über deren Nutzung. Sowohl die genetischen Ressourcen als auch das indigene Wissen darüber zu schützen muss Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft sein, um die betroffenen Länder vor einem Ausverkauf an multinationale Konzerne zu schützen.

Frau Bucher hat die Thematik interdisziplinär unter Berücksichtigung soziologischer, ethnologischer und biologischer Erkenntnisse untersucht und analysiert. Ihre Studien in Brasilien und Costa Rica sind übertragbar auf zahlreiche Entwicklungs- und Schwellenländer auf anderen Kontinenten, insbesondere im asiatischen Raum. Der Preis wurde im Jahre 2011 im Rahmen der Verleihung der Dieselmedaille verliehen. Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt Professor Josef Drexl, der Direktor des Max-Planck-Instituts für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht bei der feierlichen Zeremonie im Ehrensaal des Deutschen Museums am 30. November 2011.

Chronik