Mehrfamilienhaus Kirchrainweg 4a, Kriens (CH)

Das vom Büro aardeplan ag (Baar) geplante Mehrfamilienhaus hat die Jury des Hans Sauer Preis 2014 für „Planen und Bauen für Ressourcenschonung und Generationenvielfalt“ in der Kategorie Neubau am meisten überzeugt und das Preisgeld von 7.500 € gewonnen. Das Wohnhaus mit fünf Wohneinheiten geht als Sieger aus dem dreistufigen Wettbewerb hervor, da es in allen acht Kriterienbereichen punkten konnte und durch ein Bauen nach dem Modell der „2000-Watt-Gesellschaft“ weitreichende Nachhaltigkeitsansprüche erfüllt. Der Bau kombiniert und integriert eine klimaneutrale Energieversorgung, Holzbau, ein Car-Sharing-Konzept, Recycling- und Demontagefähigkeit, eine Orientierung der Wohnungen zu drei Himmelsrichtungen und intelligente Stromsteuerung mit Aspekten der Barrierefreiheit oder der generationengerechten Nutzungsflexibilität. Insgesamt gelingt es dem Projekt ganz selbstverständlich, Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen, diesen einen zukunftsweisenden gestalterischen Ausdruck zu verleihen und sich sehr gut in den soziokulturellen Kontext einzufügen. Das bewertete die Jury als herausragend und vorbildlich.

Das ehemalige Areal der Werkzeugfabrik Bollmann im Zentrum von Kriens im Kanton Luzern in der Schweiz wird im Sinne einer innerstädtischen Verdichtung zu einem Wohngebiet weiterentwickelt. Zusammen mit der vorgesehenen Bebauung der Nachbarschaft entsteht ein Quartier für unterschiedliche Generationen, welches das Zusammenleben von jungen und älteren Menschen fördert. Herzstück des Areals wird der Siedlungsplatz, der als kommunikationsfördernder Begegnungsort die Pflege von sozialen Kontakten unterstützt. Das Mehrfamilienhaus im
MINERGIE-A-ECO®-Standard ist das erste Gebäude seiner Art in der Zentralschweiz. Es bietet qualitativ hochwertigen, zeitlosen Lebensraum für alle Generationen und vereint Themen wie ökologische Materialien, energieeffiziente Technologien, Biodiversität, 2000-Watt-Gesellschaft, hohe Bauqualität und soziale Nachhaltigkeit unter einem Dach. Mit den Maßnahmen erfolgt die Energiebedarfsdeckung zu 100 % aus erneuerbarer Energie.

Das Konzept der Trag- und Raumstruktur ist so angelegt, dass eine Anpassung an sich ändernde Familienverhältnisse, wie auch an sich ändernde Nutzerbedürfnisse ohne größere Aufwände möglich ist. Jede Wohnung besitzt ein zusätzliches, separat erschlossenes Zimmer, welches je nach Nutzerbedürfnissen angepasst wird.